Dienstag, 22. Juli 2008

Netikette



Netiquette oder Netikette (Kunstwort aus engl. net –
Netz und etiquette – Etikette) ist eine Sammelbezeichnung für Verhaltensvorschläge in der Netzkultur. Der Begriff beschrieb ursprünglich Verhaltensempfehlungen im Usenet, wird aber mittlerweile für alle Bereiche in Datennetzen verwendet, in denen Menschen miteinander kommunizieren. Obwohl manche Aspekte von vielen Netzteilnehmern als sinnvoll erachtet werden, hat sie keinerlei rechtliche Relevanz und ist vielen auch gar nicht bekannt. Teilaspekte werden häufig kontrovers diskutiert. Es gibt keinen einheitlichen Netiquettetext, sondern eine Vielzahl von Dokumenten, die sich inhaltlich überschneiden.


Ziel der Netiquette-Texte ist die Erleichterung der Kommunikation zwischen einzelnen Netzteilnehmern. Verschiedene Themenbereiche werden angeschnitten:

Zwischenmenschliches. Tonfall und Inhalt sollten dem Zielpublikum gegenüber angemessen sein (wird nur eine Person angesprochen oder eine Gruppe, wie gut kennt man sich bereits, usw.). Insbesondere sollten Doppeldeutigkeiten oder gar Beleidigungen nicht die ohnehin komplizierte Kommunikation per Text erschweren. So gehört es in Singleforen zum guten Ton, anzugeben, ob man gebunden ist, oder eben Single. So schützt man sich und andere vor unliebsamen Überraschungen.

Technik. Die Standards zur Übermittlung von Nachrichten sollten eingehalten werden, um sie möglichst vielen Lesern in der Form darzubieten wie sie ursprünglich vorgesehen war. Dazu zählt etwa die korrekte Deklaration des Zeichensatzes.
Lesbarkeit. Damit sich Nachrichten möglichst einfach konsumieren lassen, sollten sie gewissen Gepflogenheiten genügen. Dazu gehören korrekter Satzbau und Rechtschreibung, Groß- und Kleinschreibung, richtiges Zitieren und das Weglassen überflüssiger Informationen wie auch das Einhalten einer maximalen Zeilenlänge von 78 Zeichen (siehe RFC 2822) um Quoting nicht unnötig zu erschweren bzw. eine entsprechende Darstellung der Nachricht generell zu gewährleisten.

Sicherheit. Je nach Medium können Personen, für die der Inhalt eigentlich nicht bestimmt ist, eine Nachricht einsehen. Entsprechend sollte man verschweigen, was nicht für Dritte bestimmt ist.

Rechtliches. Es existieren unterschiedliche Gesetze zum Recht an selbstverfassten Texten, die zu berücksichtigen sind. Ebenso gilt es, das Urheberrecht einzuhalten, wenn man Materialien Dritter verschickt.


Foren, Usenet
Die erste und grundlegende Empfehlung der Usenet-Netiquette ist:
„Vergessen Sie niemals, dass auf der anderen Seite ein Mensch sitzt!“

Einzelne Empfehlungen der Netikette werden manchmal kritisiert, z. B. die Forderung nach einem Realnamen, nach der es im deutschsprachigen Usenet als unhöflich gilt, unter einem falschen Namen (Codename bzw. Pseudonym) zu posten. In vielen Foren und zum Teil auch im Usenet hat diese Empfehlung seit etwa Anfang 2000 an Bedeutung verloren. Seither ist die anonyme Teilnahme an einem Forum allgemein akzeptiert und daher unkritisch, ganz besonders dann, wenn aufgrund des Themas oder der Art der Diskussion Anonymität wünschenswert oder notwendig erscheint.
Die von der IETF vorgeschlagene RFC 1855, die Netiquette Guidelines, spricht sich deutlich gegen Fullquotes und TOFU aus, was in der Praxis außerhalb des Usenet jedoch weitgehend ohne Effekt bleibt. Bei vielen Diskussionen gibt es den Bedarf von intensivem Zitieren, zum Beispiel, wenn der Empfängerkreis vergrößert werden soll, ohne dass alle auf den bisherigen Verlauf zugreifen können.
Vorsicht bei der Verwendung von Crosspostings wird angeraten. Gänzlich verpönt sind Multipostings.
Personen, welche sich – oft im übertriebenen Maße – freiwillig der Kontrolle der Netiquette-Einhaltung widmen, heißen oft abwertend Netcops.
In deutschen Foren hat sich außerdem das Duzen als Form der Ansprache durchgesetzt. Siezt man, kann das als Ausdruck von Distanz verstanden werden. Zum Vergleich: In Frankreich etwa wird durchgehend gesiezt.
Quelle: Wikipedia
Siehe auch: